perfekte Wohnmobil

Wohnmobil kaufen. Wie finde ich das perfekte Wohnmobil. Teil 3

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Wohnmobil kaufen. Wie finde ich das perfekte Wohnmobil. Teil 3

Im letzten Beitrag haben wir einige technische Details besprochen. Zum einen, was der Unterschied zwischen winterfest und wintertauglicht ist, zum anderen wie sich die zulässige Zuladung auf die Größe auswirkt. Mein Fazit wäre, dass mein Wohnmobil die 6m Marke nicht übertreten sollte um eine angemessene Zuladung zu gewährleisten und das ein wintertaugliches Fahrzeug für meinen Anspruch nicht ausreicht. Hast du schon das Vorwort zu dieser Reihe gelesen?

Vorauswahl

Die passende Überschrift zu finden ist nicht leicht. Im Prinzip soll es um die Markteinschätzung gehen und in wiefern wir uns ein passendes Fahrzeug aussuchen können. Der Markt ist gewaltig, ohne eine gewisse Planung und eine systematische Herangehensweise wird der Kauf ein Drama. Wir sollten eine Sache nicht vergessen, ein Wohnmobil ist kein Auto. Kein liebloser Gegenstand sondern ein Stück Persönlichkeit. Man geht nicht Campen, sondern man lebt das Campen. Im Neudeutschen: Lifestyle. Um auch glücklich mit dem neuem Lifestyle zu werden muss der Background einfach passen und es ist wie mit allem, es müssen gewisse Abstriche gemacht werden. Nur sollten diese Abstriche im erträglichen Bereich sein.

Wie schon in den anderen Beiträgen nehmen wir mich als potenziellen Käufer und versuchen ein passendes System zu finden. Nochmal als Erinnerung:

  • Unter 6m Länge, um ein gewisse Zuladung zu gewährleisten.
  • Unter 3.5t, damit im Notfall auch meine Frau fahren könnte.
  • Sommerurlaube im Süden, Winterurlaub und Städtereisen als Ziele.
  • Winterfestigkeit vorausgesetzt.
  • 4 feste Schlafplätze.
Neu oder gebraucht?

Das ist wohl die schwierigste Frage. Ich neige auch eher dazu nach neuen Dingen zu suchen. Als Technikverliebter Bursche locken die neuen Fahrzeuge mit vielen Extras wie z.B. unzählige USB-Ports, um Handys usw. direkt zu laden. Touchscreens, Navigationsgeräte und Freisprecheinrichtung. Unfassbar viele Knöpfe und Schalter, die die Welt vereinfachen. Nix destotrotz ist es schlussendlich eine Geldfrage. Ein Fahrzeug von einem namenhaften Hersteller fängt in der Grundausstattung bei guten 50t€ an. Wie ich finde auch teilweise gerechtfertigt. Wir reden hier von einem Handwerksprodukt und nicht von einem Industrieprodukt. Am Fahrzeugaufbau wird alles handgefertigt und schlussendlich eingebaut. Unzählige Stunden Handarbeit stecken in einem Wohnmobil, die auch geschätzt werden sollte. Schöner Gedanke, solange auch die Geldbörse mitspielt. Das Gute an einem Neufahrzeug ist jedoch die Möglichkeit, es zu Individualisieren und auch die zweijährige Gewährleistung/ Garantie ist nicht zu verachten.

Beim gebrauchten Fahrzeugen müssen wir diese grundsätzlich nehmen, wie sie auch angeboten werden. Das heißt erst einmal nichts. Der Gebrauchtwagenmarkt ist recht groß, dementsprechend sehe ich keine Probleme für jeden von euch ein Passendes zu finden. Elektronisches Spielzeug ist teilweise mit einfachen Mittel nachzurüsten und oftmals besser als die vom Herstellen gebotenen Lösungen. Auch bei einem gebrauchten Fahrzeug besteht die Möglichkeit eine Gewährleistung zu erhalten. Wenn man bei Händlern kauft, sind diese vom Gesetzgeber verpflichtet eine Gebrauchtwagengewährleistung von 24 Monaten zu erbringen. Die Gebrauchtwagengewährleistung darf schriftlich auf 12 Monate herabgesetzt werden. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Prinzipiell würde ich zu einem Gebrauchten greifen. Auch wenn der Wertverlust nicht so hoch ist wie bei PKWs, kann man hier bares Geld sparen, dass wir am Ende auch noch für Ausrüstung benötigen werden.

Grundriss und Aufbautyp

Auch ich habe erst einmal geschaut, welches mich optisch am meisten anspricht. Mir hätte am besten ein Teilintegrierter gefallen, nur musste ich schnell feststellen, dass meine Anforderungen nicht befriedigt werden können. Daher poche ich auch immer wieder darauf sich wirklich Gedanken zu machen, bevor man losgeht. Aber lass uns die gängigsten Typen gemeinsam besprechen und unser perfektes Wohnmobil finden.

Teilintegriert

Beim Teilintegrierten sprechen wir über ein Fahrzeug, dass grundsätzlich ein Fahrerhaus vom Fahrzeughersteller besitzt. Der Aufbau ist aus der bekannten GFK/ Alu/ Schaumkombi und etwas höher und breiter als die handelsüblichen Transporter. Das Fahrerhaus besitzt keine Rückwand und ist mit dem Wohnbereich verbunden. Oftmals werden die Sitze des Fahrerhauses in das Living Konzept eingebunden. Indem man die Sitze aus dem Fahrerhaus um 180 Grad dreht, entsteht eine kleine Essecke und man spart sich eine weitere Sitzbank. Außerdem sind die Teilintegrierten nicht so hoch, was dem Fahrkomfort zugute kommt. Um auch in diesem Segment eine vier Betten Option zu bieten, gibt es sogenannte Hubbetten. Dieses befinden sich meisten über dem Essbereich und könen von der Decke mechanisch oder elektrisch heruntergefahren werden. Tagsüber ruht das Bett über unseren Köpfen und zur Schlafenszeit wird es bequem herabgelassen. Nachteil bei diesem Konzept ist die eingeschränkte Benutzbarkeit der Essecke beim herabgelassenem Bett. Bei unserer 6m Einschränkung ist mir aufgefallen, dass dass Hubbett die Tür versperrt und man muss drüber oder drunter durchklettern um hinaus zu kommen. Grundsätzlich wäre eine 4 Personen Unterbringung durch das Hub-Bett und dem quer eingebauten Stockbett möglich. Je nach Hersteller sind Teilintegrierte auch DIN winterfest ausgestattet. Als Schwachstelle bzw. Kältebrücke sehe ich das Fahrerhaus, dieses bestehet aus Blech und ist relativ schwach isoliert.

Für mich sind die Abstriche besonders im Bereich feste Betten einfach zu groß. Wenn ich mal länger schlafen möchte kommt keiner mehr raus. Das ist nicht das perfekte Wohnmobil für mich.

Integrierte

Integrierte zählen zu den Flaggschiffen. Der gesamte Aufbau besteht aus einer GFK/ Alu/ Schaumkombi und lediglich das Fahrgestell ist vom Fahrzeughersteller. Dieses Konzept bringt den großen Vorteil mit sich, dass ein einheitliches Bild aufkommt und die Wohnmobilhersteller die hohe Bauqualität auch im Fahrerhaus miteinbringen. Das jedoch spiegelt sich auch am Preis wieder. Integrierte sind meistens so aufgebaut, dass über den Fahrer-/ Beifahrersitzen ein Hub-Bett abgesenkt werden kann und ist in der Regel überdurchschnittlich groß. Ein weiteres schönes Detail ist, dass das Bett an der Frontscheibe positioniert ist und man morgens einen wunderbaren Ausblick hat. Diese Schlafposition wird auch liebevoll als im Aquarium Schlafen beschimpft. Auch hier schränkt uns das Hub-Bett jedoch ein. Fahren mit abgelassenem Bett ist unmöglich da sich unter diesem der Fahrersitz befindet und auch ein gemeinsames Frühstück ist somit nicht zu bewerkstelligen. Aber auch hier sehe ich eine grundsätzliche Unterbringung von 4 Personen als kein Problem an. Die Winterfestigkeit wird hier besonders gelobt, da das gesamte Fahrzeug aus  der GFK/ Alu/ Schaumkombi besteht, lediglich die riesige Frontscheibe könnte eine größere Kältebrücke darstellen.

Die Preise für Integrierte sind enorm. Das gibt die Portokasse leider nicht mehr her. Aber es könnte das perfekte Wohnmobil sein.

Camper

Der Camper passt zwar nicht zu meiner Suche, sollte jedoch auch erwähnt werden. Unter dem Begriff „Camper“ verstehe ich einen umgebauten Kastenwagen mit und ohne Erhöhungsaufbau. Das tolle an dieser Bauform ist die geringe Länge und Breite. Je nach Ausführung wird ein längseingebautes Bett im hinteren Bereich oder ein eins unter dem Erhöhungsaufbau angeboten. Ich glaube nicht das es einen fertigen Camper mit vier Schlafplätzen gibt und wenn dann wird’s wirklich eng. Auch die Winterfestigkeit ist nicht die Stärke eines Campers, da das gesamte Fahrzeug aus Blech besteht, das ganz leicht isoliert wurde. Für zwei Personen, die sich wirklich auf Städtetrips konzentrieren wollen ist der Camper jedoch perfekt.

Mein perfektes Wohnmobil wird es leider nicht. Wenn ich kein Kind hätte würde ich es mir jedoch überlegen.

Alkoven

Wenn wir von Wohnmobilen sprechen haben wir eigentlich immer eine Silhouette im Kopf. Die vom Alkoven. Der Alkoven gilt als das klassische Wohnmobil und ist wohl die bekannteste und weitverbreitetste Bauform. Und wie ich finde nicht unbegründet. Wenn wir denn schon ein vollwertiges Fahrerhaus besitzen, sollten wir auch dieses ungenutzte Länge nutzen. Das Fahrzeug wird etwas höher gebaut und der Aufbau einfach über den nicht genutzten Bereich über dem Fahrerhaus verlängert. Dadurch ergibt sich das klassische Elefanten Zäpfchen und eine wunderbare Liegefläche. Die Essecke muss nicht umgebaut werden und wir haben 4 feste Schlafplätze. Optisch ist ein Alkoven nicht mehr auf der Länge der Zeit aber sehr praktisch. Ein großer Nachteil ist jedoch der Spritverbrauch. Dieser liegt mit einen guten Liter, höher als bei der Konkurrenz. Im Bereich der Winterfestigkeit sehe ich den Alkoven auch dem Integrierten gegenüber im Vorteil. Bei der entsprechenden Raumaufteilung können wir das Fahrerhaus, dass auch nur aus Blech besteht, komplett abschotten und haben somit alle Kältebrücken beseitigt. Das ist der Vorteil an einer klassischen Raumaufteilung, die noch mit einer festen Essecke und einem separatem Fahrersitz arbeitet. Klar, so schleppe ich ständig eine unbenutzte Sitzbank mit, aber wie schon erwähnt muss man einfach einen Tod sterben. Der 6m-Grenze kommt das ganze zu gute. In Verbindung mit einem quereingebauten Stockbett und dem Alkoven können vier Personen bequem nächtigen und das alles auf 6m.

Ja, das ist das perfekte Wohnmobil für mich! Was hältst du davon?

Fazit

Ja, wie schon mal erwähnt. Es ist gar nicht so einfach ein perfektes Wohnmobil zu finden. Im Endeffekt entscheidet jeder für sich, aber ich möchte, dass ihr euch ein paar Gedanken darüber macht, welchen Tot ihr sterben wollt. Für mich war die Größe, die Winterfestigkeit und die vier festen Schlafplätze ausschlaggebend und ich habe die Entscheidung nicht bereut. Ich letzten Sommerurlaub habe ich fast 100€ Fährenkosten gespart. Das hört sich erst mal nicht viel an, wenn man jedoch bedenkt das eine Übernachtung auf dem Campingplatz gerade mal 20€ gekostet hat, konnten wir 5 Tage länger Urlaub machen. Im Januar waren wir Ski fahren und ich war einer der wenigen bei dem es möglich war Abwasser zu entsorgen. Wir konnten ruhigen Gewissens duschen und nach 3 Tagen einfach das Wasser ablassen. Toll. Die Nachbarn hatten einen kleinen Eimer unter ihren Wohnmobilen und mussten das Wasser auffangen um ein Gefrieren des Abwassertanken zu vermeiden. Außerdem hat der Doppelboden und die Möglichkeit das Fahrerhaus abzuschotten uns dabei geholfen Gas zu sparen und somit bares Geld. Nach ca. 1.5 Wochen war die Flasche immer noch nicht leer.

So das waren 1522 Worte zur Vorauswahl und ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Gedankengänge geben. Ich freue mich schon sehr darauf den nächsten Beitrag zu schreiben und ich wünsche euch bis dahin frohes Campen.

Hier geht es zum nächsten Teil.

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